Robotik Header

Geleitwort

Roboter gewinnen im Umfeld von Industrie, Handwerk, Landwirtschaft, Gesundheit, Medizin, Forschung und privatem Alltag rasant an Bedeutung. Es ist abzusehen, dass sie sich ähnlich wie Computer in allen Arbeits- und Lebensbereichen etablieren und unsere Arbeits- und Lebensqualität verändern werden. Die Wachstumsraten der Robotik-Branche sind seit Jahren zweistellig und ein Ende dieser Entwicklung ist ins-besondere mit immer weiter verbesserten künstlichen Intelligenzen nicht absehbar. Schon heute suchen Unternehmen daher händeringend nach Robotik-Ingenieuren und versiertem Personal zur Entwicklung und Integration von angewandten und intelligenten Robotik-Systemen. Diesem Bedarf kann gerade von Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) mit einem eigenständigen und von Grund auf neu gedachten Bachelor-Studiengang Robotik begegnet werden.Dieses Forum will deshalb ein neues Berufsbild „Robotiker“ im Dialog mit Experten erörtern, in dem insbesondere Softwareaspekte ausreichend gewürdigt werden, und damit Impulse für die akademische Ausbildung geben.Mit dem Schweinfurter Robotiker-Forum lädt die FHWS dazu ein, die Anforderungen an zukünftige Robotik-Ingenieure, welche Roboter als Universalmaschinen in beliebige Einsatzfelder bringen, zu diskutieren und die Bedürfnisse der Praxis zu erörtern. Die Einladung richtet sich an Vertreter der Industrie und Wirtschaft sowie Vertreter interes-sierter bayerischer und außerbayerischer Hochschulen. Insbesondere sind ausgewählte internationale Partnerhochschulen mit eingeladen, das Berufsbild des „Robotikers“ zu definieren und so einen Studiengang „Bachelor Robotik“ mit zu prägen.

Die Internationalisierung von Studiengängen ist ein wichtiges Anliegen, welches ins-besondere den Austausch von Studierenden und Dozierenden und Doppelt- oder Mehr-fachabschlüsse weltweit vereinfacht, bei Studierenden grundlegende Kompetenzen für die spätere Arbeitswelt schafft und darüber hinaus auch die länderübergreifende Zusammenarbeit in der angewandten Forschung fördert. Die FHWS will deshalb einen von Grund auf neu gestalteten Bachelorstudiengang Robotik in deutscher Spra-che anbieten, zu dem es ein englischsprachiges Pendant (Twin-Studiengang) mit dem Titel „Robotics“ geben wird. Dieses soll in gleicher Form an internationalen Partner-hochschulen etabliert werden (World-Twin). Mit der Einführung eines Studiengangs Robotik an mehreren bayerischen und deutschen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kann dieser Hochschultyp seine Tradition als Ingenieursschmiede weiter fortsetzen bzw. festigen und kann damit auch weiter an Attraktivität gewinnen.
Ein solcher Studiengang entspricht zudem gleich zwei bayerischen Interessen und Herausforderungen: Der Digitalisierung und der Förderung von Softwarekompe-tenzen in der akademischen Ausbildung. Des Weiteren gibt es in ganz Deutschland keinen Studiengang der sich umfassend auf die softwaretechnischen Aspekte der Roboterprogrammierung konzentriert und einfach nur den Namen „Robotik“ trägt. Und vielleicht hat ja der Robotiker in der Robotik dasselbe Potential einer Erfolgsge-schichte, wie der Informatiker in der Informatik.
Die Idee, das Berufsbild eines Robotik-Ingenieurs, der Roboter in die Anwendung bringt, gemeinsam durch die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen zu diskutieren und zu etablieren, kam nach einem Gespräch im November 2018 an der FHWS mit Ministerialdirigent Schoppik über die gesell-schaftlichen Aufgaben unseres Hochschultyps und der zwei Tage später erfolgten Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen der Shenzhen Technology University (SZTU) und fünf bayerischen HAWs im Rathaus von Shenzhen.
Wir hoffen, dass dieses Forum einen Beitrag dazu leistet, das Berufsbild des Robotik-Ingenieurs in der Arbeitswelt zu verankern und es mit dem Begriff Robotiker in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu prägen.

Robert Grebner

Jean Meyer

Tobias Kaupp